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Die Geschicht zu Schloß Hochaltingen


Von Dr. Josef Hopfenzitz


Geschichte 1

"Dieses so schöne und vom guten Geschmack gebaute dreigeschossige Schloss liegt auf einer gar bequemen Anhöhe in der Mitte des Fürstentums Oettingen, in der bekannt fruchtbaren und flachen Landschaft des so genannten schönen Rieses, zwei Stunden von der Residenzstadt Oettingen, drei Stunden von der Reichsstadt Nördlingen entfernt, ist mit einem trockenen Graben, auch schönem Zier- und fruchtbaren Würz-, Baum- und Grasgarten, auch außer diesen mit guten Mauern umgeben und eingeschlossen."
Diese Schilderung aus dem Jahre 1671 (hier orthographisch angepasst) vergisst auch nicht die beherrschende Lage des Schlosses zu erwähnen, aus dessen zweitem Stockwerk man "an die 70 Städte, Marktflecken und Dörfer" sehen könne.
Damit ist die Bedeutung des Schlosses angesprochen, das ehedem als Burganlage dem wichtigsten Rieser Adelsgeschlecht nach den Oettingen, nämlich den Edelfreien von Hörnheim, gehörte. Vom Typus her handelt es sich bei dieser Befestigungsanlage nicht um eine Höhenburg, wie sie Rauhhaus, Hoch- und Niederhaus, Lierheim und andere darstellen. Insofern war sie auch nicht in die Reihe der staufischen Befestigungen wie Wallerstein, Harburg, Alerheim und Flochberg einbezogen. Vielmehr handelte es sich ursprünglich wohl um eine Fliehburg, die im Laufe der Zeit eine immer stärkere Umwehrung erhalten hat.

Herrschaft der Hörnheim-Hochaltingen


Plan

Als Besitzer der Burg ist für das Jahr 1153 der Ritter Adelbert von Haheltingen (= Hochaltingen) genannt. Möglicherweise war er mit den Hörnheim verwandt, da derselbe Name im 13. Jahrhundert auch bei diesen vorkommt. Mit größerer Sicherheit aber wurde der Komplex um Hochaltingen erst anfangs des 13. Jahrhunderts von dem starken Hörnheimer Edelfreiengeschlecht, das den Südteil des Rieses beherrschte, erworben. Noch vor der Mitte dieses Jahrhunderts (um 1240) teilte sich das Stammhaus in die drei Zweige Hörnheim-Hochhaus (nach dem Aussterben 1348 an Oettingen), Hörnheim-Rauhhaus-Katzenstein (1419 ausgestorben) und Hörnheim-Niederhaus-Hochaltingen (1585 ausgestorben), wodurch nun auch das nordwestliche Ries in den Einflussbereich der Hörnheim geriet. Die neue Position wurde in der Folgezeit beachtlich erweitert, indem beispielsweise Eigenbesitz und Lehen des Oettinger Ministerialen Diemar von Belzheim 1367 in Breitenlohe, Erlbach, Herblingen, Munningen und in Belzheim selbst erworben wurden. Im 16. Jahrhundert erreichten die Hochaltinger Herren in Utzwingen, wo sie stark vertreten waren, die Belehnung mit dem unteren Schloss durch die Oettinger Grafen. Von wem die übrigen Besitzungen der Hochaltinger Linie stammten, ist wegen einer sehr schlechten Quellenlage im 13. und 14. Jahrhundert nicht bekannt. Die erste (erhaltene) Zusammenfassung der Güter von 1547 ist unvollständig, erst 1769/70 ist das damals oettingische Amt ganz erfasst. Der Besitz vor 1547 lässt sich teilweise erschließen, wenn Verkäufe oder Schenkungen an geistliche Institute erfolgt sind, in deren Archiven die Urkunden sicher verwahrt blieben.

In solchen Schenkungen waren die Hörnheim ganz allgemein recht großzügig. Die 1252 von ihnen nach Zimmern geholten Zisterzienserinnen wurden von allen Hörnheimer Linien besonders bevorzugt und reichlich mit Gütern ausgestattet. Von der Hochaltinger Linie etwa erhielt die Zisterze 1314 das Patronat über die Maihinger Pfarrkirche samt dem Widemhof. Der Kirchsatz zu Hausen ging wohl Anfang des 14. Jahrhunderts ans Stift Feuchtwangen, als dort ein Hörnheimer als Chorherr eintrat. Vier Höfe zu Belzheim erhielt vor 1387 das Kloster Auhausen: Besitz zu Dürrenzimmern wurde der Zisterze Kirchheim 1302 geschenkt. Daneben wurden auch zahlreiche Verkäufe an diese und andere geistliche Stiftungen getätigt.

Der zum Teil geringe Streubesitz in 28 Ortschaften wurde bei Erbteilungen der Hochaltinger Linie immer wieder geschwächt. Das war besonders 1484/89 der Fall, als die Güter in Böhlingen, Ellrichsbronn, Raustetten, Röhlingstetten und Schoptlohe an ihre Verwandten "von Könsegk zum Könsegkerberg" und über sie an das Stiftkapitel zu Ellwangen fiel. Aus demselben Erbgut erwarb die Deutschordenskommende Nürnberg 1488 das gesamte Dorf Belzheim außer den erwähnten Auhauser Höfen. Das ebenfalls erworbene Geislingen gab der Orden 1509 kaufweise an Oettingen. Auch von ihrem Besitz zu Großelfingen hat sich die Linie Niederhaus-Hochaltingen getrennt, und zwar 1498 zugunsten der Reichsstadt Nördlingen. Eine ritterbürtige Versorgung ihrer Nachkommen war es vor allem, die den Riesbesitz der Hochaltinger Linie vermindert hat. Mit dem Erlös aus Verkäufen erwarben sie geschlossene Rittergüter außerhalb der Grafschaft, und zwar 1368 Niederalfingen, 1377 Völlstein bei Abtsgmünd, 1412 Duttenstein bei Neresheim, 1484 die Herrschaft Kirchheim an der Mindel. Dabei hat sicher eine wichtige Rolle gespielt, dass der ständig wachsende Druck des Grafenhauses auf selbständige Herrschaften innerhalb ihres Machtbereiches umgangen werden konnte.

Übergang an die Herren von Welten

Nach dem Aussterben der Linien Hochhaus und Katzenstein ging schließlich auch die Hochaltinger Linie 1585 mit Hans Johann im Mannesstamm zu Ende. 14 Jahre später verkaufte die mit Karl von Weiden zu Laupheim verheiratete Erbtochter Cordula ihren kompletten Herrschaftsteil Niederhaus um 38000 Gulden an Graf Gottfried von Oettingen. (Fürst Albrecht Ernst II. wiederum veräußerte Niederhaus 1709 um 53000 Gulden an die Landkommende des Deutschen Ordens in Ellingen.) Zur Herrschaft Niederhaus gehörte Besitz in 16 Ortschaften des mittleren und südlichen Rieses, besonders in Balgheim, Niederaltheim und Schmähingen. So war nun das im 13. Jahrhundert noch mit den Grafen von Oettingen gleichstarke Geschlecht derer von Hürnheim gänzlich aus der Geschichte verschwunden, nachdem es seine eigenständige Herrschaft in langen Rechtsstreitigkeiten mit jenen im großen ganzen behauptet hatte. Es hatte alle zivil- und strafgerichtlichen Hoheitsrechte - mit Ausnahme der Halsgerichtsbarkeit - verteidigen und ihre volle Herrschaft in den Dörfern Hochaltingen und Herblingen und in abgeschwächtem Maß auch in anderen Dörfern in seiner Hand behalten. In den Wäldern übten sie die volle Jagdbarkeit und Forsthoheit aus - obwohl durch den Verlust von Hochhaus und Katzenstein ihre Machtbasis schon erheblich verringert war.
Dem letzten Hürnheim aber war es noch gelungen, die Angliederung Hochaltingens an die Reichsritterschaft in ihrem Kanton Kocher um 1560 zu erreichen, wodurch denn auch die volle Landeshoheit für seine Herrschaft gesichert blieb. Ein besonderes Zeichen dafür war, dass nicht Dettingen, sondern die reichsunmittelbare Ritterschaft das hochbedeutsame Recht auf Einhebung der Reichssteuern (Kollektationsrecht) bei den Hochaltinger Untertanen besaß.

Unter Oettingen-Spielberg


Geschichte 3

Es mag daher Fürst Anton Ernst von Oettingen-Spielberg willkommen erschienen sein, als sich seit 1764 die Freiherrn von Weiden von ihrem Hochaltinger Besitz zu trennen gedachten. Denn damit konnte ein weiterer Teil der Grafschaft in das "Land" Oettingen eingegliedert werden. Die Verhandlungen wurden nach zwei Jahren abgeschlossen und der Kaufpreis auf 550000 rheinische Gulden "in lauter Gold oder groben Silbersorten" festgesetzt. Unterzeichner der Urkunde waren der Bruder des im selben Jahr 1766 verstorbenen Fürsten, Fürst Johann Aloys I., und die Freiherren von Weiden zu Laupheim und Hochaltingen, nämlich Ludwig Joseph, der spätere Fürstbischof zu Freising, Constantin, Hauptmann des reichsritterschaftlichen Kantons Kocher, und ihr Bruder Joseph. Für die ungeheure Summe musste auch das Kloster Maihingen eine Bürgschaft über 50000 Gulden übernehmen und geriet dadurch in ernste Finanzprobleme.

Damit war nun Spielberg Herr der gesamten Hochaltinger Herrschaft mit ca. 225 Untertanenfamilien, also etwa 1100 Menschen, geworden; darunter befanden sich die vollständigen Dörfer Hochaltingen und Herblingen mit 74 beziehungsweise 56 Familien. Das nunmehrige Pflegamt Hochaltingen setzte die Verwaltung des ehemaligen Weldener Besitzes im bisherigen Umfang fort.

Anfall an Bayern


Wappensaal

Aber nur vier Jahrzehnte lang konnte Spielberg die teuer erkauften Rittergüter in vollem Umfang nutzen. Denn im Jahre 1805 haben die mit Napoleon verbundenen süddeutschen Fürsten die Reichsritterschaft - und Hochaltingen war (nur!) bezüglich der Reichssteuern dem Ritterkanton Kocher verpflichtet geblieben - in ihren Gebieten aufgehoben (Mediatisierung) und ihre Güter beansprucht. Der württembergische Oberamtmann Hauff besetzte am Nikolaustag 1805 von seinem Amt Weiltingen aus Hochaltingen. Ende dieses Monats vertrieb jedoch ein bayerisches Aufgebot die Württemberger und ergriff seinerseits Besitz von Hochaltingen. Dagegen erhob am 16. Januar 1806 Oettingen "die kräftigste Protestation" beim Königlich Bayerischen Landgericht zu Nördlingen, da es sich bei ihrem Pflegamt ja tatsächlich nicht um echte reichsritterschaftliche Güter gehandelt hat. Am 27. Januar musste aber der Pflegamtsverweser Groß die traurige Nachricht an die fürstliche Vormundschaftsregierung richten, dass "soeben Kgl. Bayerisches Militair" (1 Offizier, 1 Unteroffizier und 4 Gemeine) erneut das Schloss besetzt habe und sich auf eine Verordnung berufen habe, dass "sämtliche in Possession genommene Aemter und Ortschaften mit Militair besetzt werden" müssten, und der Friede von Preßburg vom 28. Dez. 1805 habe die Okkupationen bereits "bestättigt", so dass nunmehr "Ihre Kgl. Mayestät von Baiern Landesherr von Hochaltingen" sei.

Als dann im August 1806 auch die gesamte Grafschaft Oettingen der Krone Baierns unterworfen wurde, verblieben den Fürsten nur die niedergerichtlichen Funktionen einer Standesherrschaft und der alte Grundbesitz. Auch jene hob Bayern mit Gesetz vom 4. Juni 1848 auf und übertrug den Bauern den Grundbesitz zur vollen Verfügung, so dass dem fürstlichen Haus lediglich das Schloss und das Patronat über die Hochaltinger Pfarrkirche verblieb. Im Schloss nahmen die Fürsten jahrzehntelang ihren Sommersitz.

Kloster der Franziskanerinnen

Seit 1897 wurden Gespräche über einen Verkauf des Schlosses an die Taubstummenanstalt Dillingen geführt. Als sich die Gebäude für den gedachten Verwendungszweck nicht als geeignet erwiesen, erwarb 1899 das Dillinger Mutterhaus der Franziskanerinnen das Schloss für 70000 Mark. Fürst Albrecht hatte dieses nur einem Kloster mit gemeinnützigen Zwecken, die bald durch Einrichtung einer Haushaltungsschule (1910) erfüllt waren, überlassen wollen.


Flur

Der Orden der Franziskanerinnen hatte in Hochaltingen schon eine lange Tradition. Die verwitwete Barbara von Bernhausen, eine geborene Hürnheim, hatte nämlich schon 1591 - mit Zustimmung ihres Schwagers Karl von Weiden zu Hochaltingen - das Klösterlein Maria Porten erbauen lassen und mit Gütern versehen, und zwar für zunächst sieben Nonnen. Die ersten drei Schwestern kamen aus dem Memminger Kloster Maria Garten. Die Stifterin selbst verbrachte bei ihnen die letzten sieben Jahre ihres Lebens. Diese späte Eigengründung stand stets unter dem Schutz der Hochaltinger Herrschaften und unter ihrer Aufsicht. Weitere Besitzungen oder Hoheitsrechte konnte das Kloster nicht mehr gewinnen, wie es bei Klöstern der Fall war, die vor der Reformation oder vor dem Erstarken der Oettinger Grafschaft gegründet worden waren. Bei der Ãœbernahme durch Oettingen im Jahre 1766 befanden sich "16-18 Klosterfrauen" in jenem Kloster. Kurz vorher war "ein neues Beichthaus" mit Wohnung für zwei Franziskanerpatres, die dort ständigen Sitz hatten, erbaut worden. Darin wurde 1867 die Schule und eine Lehrerwohnung eingerichtet. Die Wahl des Franziskanerordens scheint mit der Nähe des Kloster Maihingen zusammenzuhängen: denn nach dem Wegzug der dortigen Birgittinnen verwalteten im Auftrag des Grafenhauses Franziskaner das verlassene Kloster und übernahmen es schließlich 1606 endgültig.

Eine Säkularisierung des Klösterleins erübrigte sich wegen des unbedeutenden Besitzes. Aber auch so starb der Konvent aus und das Klostergebäude wurde 1834 abgebrochen und das Gelände eingeebnet. Die dort nach Norden ausweichende Dorfstraße wurde danach begradigt. Die letzte Schwester fand Aufnahme im Schloß und verbrachte ihre letzten sechs Jahre im ebenfalls nicht säkularisierten Frauenkloster zu Fremdingen wo sie 1858 starb.

Das Spital

Das Schloß beherbergt heute neben dem Franziskanerinnenkloster ein Altenheim. Dieses geht auf eine Spitalgrundung durch Walther von Hürnheim-Hochaltingen und seine Gemahlin Ursula von Hohenalfingen im Jahre 1523 zurück. Beim Verkauf von 1766 fiel es Teichfalls an Spielberg. Heute sind die alten Leute im Schloßkomplex untergebracht während das alte Spital umgebaut wurde und vor wenigen Jahren - um ein stattliches Gebäude erweitert - die zweiklassige Haushaltungsschule aufgenommen hat.

Quellen

Staatsarchiv Neuburg Donau
Fürstl. Oettingisches Archiv zu Oettingen
Chronik des Klosters Hochaltingen (ms. im Kloster H.)

Literatur

Gröber K. - Horn A.. Kunstdenkmäler von Bayern. BA Nördlingen_ München 1938.
Hopfenzitz Josef. Das Birgittenkloster Maihingen (1437-16(17), in: Jb. Hist. Ver. f. Augsburger Bistums-gesch. 3. 1969. S._7-85. Kudorfer Dieter. Historischer Atlas von Bayern, Bd. Nördlingen. München 1974.


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